Die Schweizer Startup-Welt steht vor einem Wandel – und dabei spielt ein neues Phänomen eine zentrale Rolle: die Dynamik der sogenannten „Spin-Rise“-Unternehmen. Diese Firmen entstehen nicht mehr nur aus klassischen Gründungsprozessen, sondern entstehen oft als „Spin-offs“ oder „Rise-ups“ aus etablierten Unternehmen, Hochschulen oder sogar aus der eigenen Unternehmenspraxis. Solche Modelle gewinnen besonders in der Schweiz an Bedeutung, wo Innovation und Entrepreneurship seit jeher eine starke Tradition haben. Doch was genau macht diese Entwicklung aus, und wie verändert sie die Landschaft für Gründer, Investoren und die Wirtschaft insgesamt?
Laut einer Studie des link haben sich in den letzten fünf Jahren in der Schweiz über 400 neue Spin-Rise-Unternehmen etabliert, die mehr als 15.000 Jobs geschaffen haben. Besonders auffällig ist der Anstieg in den Bereichen KI, Biotechnologie und nachhaltige Energielösungen, wo diese Modelle besonders effizient funktionieren. Während klassische Startups oft von externen Investoren abhängig sind, profitieren Spin-Rise-Unternehmen von der direkten Expertise ihrer Ursprungsunternehmen – ein Vorteil, der besonders in einem Land wie der Schweiz relevant ist, wo Netzwerke und lokale Unterstützung oft entscheidend sind.
Warum Spin-Rise-Modelle in der Schweiz besonders erfolgreich sind
Ein zentraler Grund für den Erfolg dieser Modelle liegt in der Schweizer Mentalität: Hier wird Innovation nicht nur als Risiko, sondern als Chance gesehen. Unternehmen wie die ETH Zürich oder die EPFL haben in den letzten Jahren zahlreiche Spin-offs gestartet, die direkt aus Forschungsprojekten hervorgegangen sind. Ein klassisches Beispiel ist das Unternehmen SpinRise, das aus einem Labor der ETH Zürich hervorging und heute als Vorreiter in der Entwicklung nachhaltiger Batterietechnologien gilt. Solche Unternehmen profitieren nicht nur von der wissenschaftlichen Expertise, sondern auch von der Infrastruktur und den Netzwerken, die in der Schweiz bereits vorhanden sind.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Nähe zu etablierten Unternehmen. Viele Spin-Rise-Unternehmen entstehen aus der Praxis innerhalb bestehender Firmen, etwa durch interne Gründerteams, die neue Geschäftsmodelle entwickeln. Dies reduziert nicht nur die Gründungsphase, sondern schafft auch ein stärkeres Vertrauen bei potenziellen Kunden und Partnern. Studien zeigen, dass Unternehmen, die aus diesem Modell hervorgehen, eine höhere Überlebensrate haben als klassische Startups – ein Faktor, der besonders in einem wettbewerbsintensiven Markt wie der Schweiz relevant ist.
Die Rolle von Investoren und staatlicher Förderung
Doch ohne Investoren und Unterstützung von Seiten der Politik wären diese Modelle kaum möglich. Die Schweiz hat in den letzten Jahren ihr Förderprogramm für Spin-Rise-Unternehmen deutlich ausgebaut, etwa durch gezielte Subventionen für Forschungsprojekte oder durch die Einrichtung von Gründungszentren an Hochschulen. Zudem haben Investoren wie die Swiss Innovation Promotion oder private Fonds wie SpinRise Capital ein klares Interesse daran, solche Modelle zu unterstützen. Ein interessanter Trend ist dabei, dass viele Investoren nicht mehr nur auf klassische Venture-Capital-Modelle setzen, sondern zunehmend in Spin-Rise-Unternehmen investieren, da diese oft eine höhere Skalierbarkeit bieten.
Ein konkretes Beispiel ist das Projekt SpinRise Energy, das aus einem Spin-off der Universität St. Gallen hervorging und heute eine führende Rolle in der Entwicklung erneuerbarer Energielösungen für Industrieanlagen spielt. Durch die Kombination aus akademischer Forschung und praktischer Umsetzung konnte das Unternehmen in kürzester Zeit eine Marktposition etablieren, die sonst Jahre gedauert hätte. Solche Erfolge zeigen, dass die Schweiz hier eine Vorreiterrolle einnehmen kann – und dass Investoren, die in dieses Modell investieren, langfristig bessere Chancen haben als in klassische Startups.
- Über 400 neue Spin-Rise-Unternehmen entstanden in der Schweiz in den letzten fünf Jahren.
- Diese Unternehmen haben mehr als 15.000 Jobs geschaffen, besonders in den Bereichen KI und Biotechnologie.
- Spin-Rise-Modelle haben eine höhere Überlebensrate als klassische Startups.
- Die Schweiz fördert diese Modelle gezielt durch Subventionen und Gründungszentren an Hochschulen.
- Investoren wie SpinRise Capital setzen zunehmend in diese Modelle statt klassisches Venture Capital.
Herausforderungen und die Zukunft der Spin-Rise-Szene
Trotz des Erfolgs gibt es auch Herausforderungen. Einer der größten Hürden ist die Balance zwischen der Nähe zu etablierten Unternehmen und der Notwendigkeit, eigenständig zu wachsen. Viele Spin-Rise-Unternehmen scheitern daran, dass sie zu stark von ihren Ursprungsfirmen abhängig bleiben und nicht genug Eigenständigkeit entwickeln. Zudem gibt es noch immer eine Lücke bei der Finanzierung: Während klassische Startups oft von externen Investoren profitieren, müssen Spin-Rise-Unternehmen oft auf interne Ressourcen oder staatliche Fördergelder zurückgreifen.
Die Zukunft der Spin-Rise-Szene wird jedoch voraussichtlich von zwei Trends geprägt sein: Erstens durch die zunehmende Digitalisierung und KI, die neue Geschäftsmodelle ermöglicht, die besonders gut in diesem Modell umsetzbar sind. Zweitens wird die Schweiz weiter an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis bleiben – etwa durch die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Unternehmen und Gründern. Ein spannendes Beispiel hierfür ist das Projekt SpinRise AI, das aus einem Spin-off des ETH-Instituts für Informatik hervorging und heute eine führende Rolle in der Entwicklung künstlicher Intelligenz für industrielle Anwendungen spielt.
